Interview zum neuen Album
Es heißt kleine
Leute hätten angeblich Minderwertigkeitskomplexe und versuchen wo es geht
sich zu behaupten um ihre Größe oder Nichtgröße so zu überspielen.
Nun „Tegan and Sara“, das Geschwister-Duo aus Kanada wären da wohl
die Ausnahme, die die Regel bestimmt. Ein Jahr ist es jetzt her seitdem
diese zwei jungen, selbstbewussten, energischen, und sympathischen junge
Damen live on stage in Europa zu erleben waren. Ein Jahr…was sie wohl
dazwischen gemacht haben? Da wäre zum Beispiel ihre Europa-Tour zu erwähnen,
die sie Ende Mai letzten Jahres beendet haben, ein paar Gigs in Amerika und
letzte Konzerte in ihrem Heimatland Kanada. Aber das ist noch nicht alles:
Die eifrigen Damen haben Ende letzen Jahres angefangen an ihrem neuen Album
zu schreiben, das höchstwahrscheinlich im September veröffentlicht werden soll.
Zu diesem und ein paar anderen Themen habe ich dank E-Mail von Tegan ein paar
Antworten bekommen können…
A.N.:
Zu allererst, wie geht es euch? Wie weit seid ihr mit den Aufnahmen und genießt
ihr die Arbeit daran?
Tegan:
Mir geht es gut und es läuft alles sehr gut mit dem neuen Album. Zur Zeit machen wir
die vocals und Gitarren und alles hört sich sehr gut an. Ich finde das Aufnehmen
einer neuen Platte ist ein sehr langer stressvoller Prozess, aber das Endergebnis
ist es wert. Man verbringt so viel Zeit damit die neue Scheibe zu spielen,
also ist es wichtig, dass man es schafft, dass es so klingt wie man will,
oder du bleibst stecken und spielst Sachen, die dir nicht gefallen oder
hast damit zu tun den Sound zu ändern, was sich nach sehr viel Arbeit anhört.
A.N.:
Letztes Jahr habe ich
euch bei eurem Konzert in Berlin erlebt, und ich war ziemlich aufgeregt und dachte
ihr würdet ein paar Geschichten erzählen wie ihr es sonst auch tut. Gegen Ende der
Show wollte Sara eine Unterhaltung mit dem Publikum anfangen, indem sie uns fragte,
ob wir über unsere Gefühle sprechen wollen, aber Tegan musste sie leider unterbrechen,
weil die Zeit fehlte und Sara antwortete: „Es ist mir ein wenig unangenehm, dass du mich
so unterbrochen hast.“ Ich fand das irgendwie lustig, hatte aber auch das Gefühl, dass
ihr ein bisschen nervös ward. Liege ich da richtig? Und wie habt ihr die Show empfunden?
Tegan:
Ich denke wir finden
es sehr schwer Vorgruppe für andere Bands zu sein und fühlen, dass unsere Zeit am
besten gefüllt ist, wenn wir spielen und das Reden weglassen. Es ist ein großer Teil
unserer Show, das Reden, und wir vermissen es manchmal, wenn wir in anderen Ländern sind,
oder auf der Bühne, wenn wir für das Publikum anderer Bands die Show eröffnen. Wir haben
viel zu sagen und reden eh öfters. Ich denke wir werden sogar vor unserem eigenen Publikum
nervös. Ich denke wir üben beide sehr viel Druck auf uns selbst aus gut zu sein und eine
gute Show über die Bühne zu bringen etc und wenn wir in einer neuen Stadt sind, vor einem
neuen Publikum, kommt es vor, dass wir uns ein wenig schüchtern benehmen.
A.N.:
Wie war die Tour insgesamt
und was euer bestes Konzert?
Tegan:
Ich denke, jedes
Konzert hat Spaß gemacht aus verschiedenen Gründen. Wir versuchen etwas Positives
zu jedem Konzert, das wir jemals geben herauszunehmen. Es ist wichtig sich auf das
Gute zu konzentrieren, wenn man so oft spielt, und für uns ist es wichtig weiterhin
Spaß an Live-Auftritten zu haben, zumal es ein immenser Teil von dem ausmacht was
wir tun.
A.N.:
Fühlt ihr euch manchmal
unter Druck, jetzt wo ihr mehr und mehr erfolgreich werdet? Ich meine, seht ihr eine
negative Seite darin eine wachsende Fan-Gemeinschaft zu haben?
Tegan:
Ich denke wir sind
sehr darauf gezielt eine gute Band zu sein, die ihrem Publikum schöne emotionale Klänge
bietet und eine sichtbare Erfahrung. Mit einer wachsenden Fan-Gemeinschaf fühlen wir
einfach dass all unsere harte Arbeit uns mehr Gelegenheit gibt, in dem was wir tun
besser zu werden. Manchmal machen sich unsere Fans, die mit uns seit Jahren sind,
Sorgen um unsere wachsende Popularität, ich glaube nicht dass es Grund gibt sich
Sorgen zu machen. Wir werden immer Tegan and Sara sein. Das kann man nicht ändern.
A.N.:
Tegan, ich habe
irgendwo gelesen, dass du meinst ihr würdet mehr als ein Album brauchen um in
den U.S einzuschlagen. Hat sich die Lage seitdem geändert? Bekommt ihr das gleiche
Feetback, das ihr in Kanada bekommt?
Tegan:
Ich denke es ist
möglich eine Platte zu veröffentlichen und in den U.S groß raus zu kommen. Ich glaube
einfach nicht, dass wir das tun könnten. Wir sind die Art Band, die immer mit unserem
Privatleben beschäftigt sein wird, damit eine gute Show zu geben, das bedeutet sehr
viel ausruhen und Schlaf und Zeit zu Hause. Wir werden uns immer über unser Image
bewusst sein und werden nie das tun was von uns erwartet wird, wenn wir nicht damit
einverstanden sind oder es nicht mögen. Wir neigen dazu ein Bisschen zu stur zu sein,
um schnell einzuschlagen. Wir werden eine Menge von loyalen Fans brauchen und Tonen
von Wörtern um uns an die Spitze der Charts zu bringen.
A.N.:
Könnt ihr etwas über das
neue Album sagen. Gibt es Unterschiede im Vergleich zu eurem letzten?
Tegan:
Ich denke wir
verbessern uns als Songschreiber und Performers. Ich denke dieses Album wird mehr
unsere musikalischen Einflüsse widerspiegeln und unser Können in Bezug auf das
Spielen und Singen. Wir werden auch co-produzieren, also wird es mehr das widerspiegeln
wonach wir klingen möchten.
A.N.:
Ich mag euer
aktuelles Album und auch die Texte der einzelnen Lieder und nachdem ich mir
„You went away“ angehört habe, habe ich mich eines gefragt. Nun, Tegan, gibt
es mehr im Leben als Liebe und zusammen sein?
Tegan:
Ich denke schon.
Im Leben geht es darum was du gibst, nicht was du bekommst. Ich denke je mehr ich
reise und mein Leben mit dieser Idee in meinem Kopf lebe, genieße ich mehr die Dinge,
bekomme mehr von dem was ich gebe und bin fähig noch mehr zu geben. Das Leben dreht
sich um Liebe, aber mehr um die Liebe, die in dir drinnen ist, die du dir oder den
Leuten um dich herum schenkst, und weniger um die Liebe, die du bekommst oder suchst.
A.N.:
Letzte Frage…Gibt es
etwas, das ihr eurem deutschen Publikum sagen wollt?
Tegan:
Wir lieben Deutschland
und hoffen bald selbst dort auf Tour zu gehen und lauter Geschichten zu erzählen und
euch sehr viel T&S Liebe bald geben zu können. Danke für die Unterstützung und dafür,
dass ihr so viel Interesse an der Musik von Tegan and Sara zeigt.
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Interview: Arlette Ndakoze
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